15.10.2018

Von den Großen lernen: Elbphilharmonie, BERLIN-Flughafen ….. Südstadtschule .... Fortsetzung folgt…

Um zu verstehen, was es mit der Planung und den explodierenden Kosten der neuen Südstadtschule auf sich hat, muss man ganz am Anfang starten.

Im Herbst 2016 werden in einer kurzen Powerpoint-Präsentation die ersten Vorschläge und Kostenberechnungen der Verwaltung vorgestellt, ausgehend von einer Sanierung beider Schulstandorte oder einem Neubau in der Südstadt.

Schon damals drängt die CDU auf eine unabhängige, externe Standortanalyse und Machbarkeitsstudie für beide Standorte.  Dass unabhängige Betrachtungen ungewollt sind,  wird spätestens  in der Ratssitzung im Februar 2017 deutlich, als durch eine TISCHvorlage ein Neubau in der Südstadt beschlossen wird. Mit Hilfe eines Architektenwettbewerbs soll eine optimale Planung, sowohl in baulicher als auch in pädagogischer Hinsicht, erstellt werden: 2zügig, mit Erweiterungsoption auf 3-Zügigkeit, einschließlich eines Stadtteil-Treffs. Auf Antrag der SPD  wird im Mai 2017 für den Architektenwettbewerb der Kostendeckel für die Planung eines 2-zügigen Neubaus auf 8,75 Mio., für die Planung eines 3-zügigen Neubaus auf 9,75 Mio. festgelegt.
 
Der Wettbewerb stößt auf große Resonanz. Ein mit mehrheitlich externen Experten besetztes Preisgericht vergibt im Realisierungswettbewerb 3 Preise und 2 Anerkennungen und bewertete im November 2017 den Siegerentwurf  folgendermaßen:
 
„Großflächige Fensterflächen sorgen für helle Schulräume, welche durch einen beweglichen Sonnenschutz geschützt werden. Die kompakte Gebäudeform ist die Basis für ein nachhaltiges Energiekonzept.
 
Wirtschaftlich liegt der klar strukturierte 3-geschossige Baukörper im positiven Bereich. Hinsichtlich der Herstellungskosten und dem Unterhalt ist somit mit guten Werten zu rechnen.“
 
Im März 2018 wird der Sieger des Wettbewerbs mit der Entwurfsplanung beauftragt. Im Ratsbeschluss wird betont, dass die Beauftragung keine Entscheidung zur Umsetzung beinhaltet.
 
„ Der Rat behält das Entscheidungsrecht, nach Vorlage der Entwurfsplanung mit konkreten Planungsaussagen zu technischen Anlagen, der konkreten Ausgestaltung des Baukörpers und seinen Funktionen sowie den damit verbundenen Kosten, erneut über das weitere Vorgehen zu entscheiden.“
 
In der Ratssitzung im September stellte der Architekt einen Entwurf vor, der sich gravierend von seinem 3-zügigen Siegerentwurf unterscheidet, sowohl hinsichtlich des Baukörpers als auch der Kosten.
 
Das Gebäude wurde um knapp 20% verkleinert und hat damit die Ausmaße des im Siegerentwurf vorgestellten Gebäudes für eine 2-Zügigkeit. Die „großflächigen Fensterflächen“ wurden verringert, die farblich gestaltete Sichtbetonfassade mit Vor-und Rücksprüngen wurde durch eine Klinkerfassade ersetzt.
 
Kurz: die vorgestellte Planung ist nicht der Siegerentwurf
 
Und die Kosten explodieren: die Lüftung ( im Siegerentwurf enthalten), der Sonnenschutz (vom Preisgericht explizit erwähnt) sind in den jetzt bezifferten Kosten nicht enthalten. Ebenso wenig  eine weitere Anzahl von unumgänglichen Positionen. Und in der Ratssitzung erläutert der Architekt, dass die Kosten nicht endgültig kalkulierbar sind.
 
Die derzeitigen Kosten für die geschrumpfte Neubauversion liegen bei 11,3 Mio. auf der nach oben offenen Baukostenskala.
 
Wenn weder der Siegerentwurf umgesetzt noch die Kosten eingehalten werden, so wird in der freien Wirtschaft üblicherweise nach einer Alternative gesucht.
 
Das hat die CDU dazu bewogen, den Antrag zu stellen, den 2. Sieger des Architektenwettbewerbs mit der Planung zu beauftragen.
 
Ohne auch nur ansatzweise in der Ausschuss-Sitzung darüber nachzudenken, wurde der Antrag abgelehnt. Von einem Gremium, das über die Finanzen der Stadt zu wachen hat!Verzögerung? Circa ein halbes Jahr – wie die Planungszeit des jetzigen Architekten zeigte.
 
Der CDU wird wiederholt unterstellt, sie wäre gegen einen Schulneubau in der Südstadt. Das ist schlicht üble Nachrede.
 
Seit Herbst 2016 haben wir uns um eine externe  Machbarkeitsstudie bemüht, ohne Erfolg. Eine kurzfristig anberaumte Bürgerinformation, in der mehr Fragen offen blieben als beantwortet waren. Danach eine Tischvorlage mit dem Beschluss zum Neubau, ohne Bürgerbeteiligung. Wir sind nicht gegen eine neue Schule, aber an unserer Kritik zum Verfahren  halten wir weiterhin fest.
 
„Die beste Schulsituation für unsere Kinder  kann nur in Zusammenarbeit entwickelt werden: mit allen Bürgern und unter Gleichbehandlung beider Ortsteile“ – daran glauben wir auch heute noch. Wir als CDU treten nach wie vor für eine Modernisierung unserer Schulen ein. Dies jedoch mit Augenmaß auch hinsichtlich des städtischen Haushalts.
 
Wenn ein sorgsamer und sparsamer Umgang mit öffentlichen Mitteln als Geiz betitelt wird, dann bekennt sich die CDU-Fraktion gern zu ihren lippischen Wurzeln.
 
Die Kostenexplosion ist nicht alternativlos! 



Nach oben